?

Auszüge aus dem Domboten Nr. 158 (31. Jahrgang)

März – Mai 2017


Vorwort – Gedanken

Liebe Leserinnen und Leser,

Huch? Das kann doch nicht sein!? Ist das etwa …? Der Dombote?

Ich könnte mir denken, dass solche oder ähnliche Gedanken durch Ihren Kopf gingen, als Sie dieses Exemplar unseres Gemeindebriefes in die Hände nahmen. Das neue Design verdanken wir unserer neuen Gestalterin des Domboten, Ute Schmalbruch. Nachdem Susanne Pichlak nach 22 Jahren und 107 Ausgaben diese Verantwortung aus persönlichen Gründen abgegeben hat, beschloss der Kirchenvorstand, dem Gemeindebrief ein neues, etwas moderneres Layout zu gönnen. Auch das Format hat sich etwas geändert, wodurch die Mehrkosten des teilweise farbigen Drucks fast vollständig aufgefangen werden konnten.

Der Gemeindebrief ist unser „Aushängeschild“, und es ist uns wichtig, nicht nur die treuen Leserinnen und Leser, sondern auch neue dazuzugewinnen. Da schien es nur richtig, wenigstens für die Umschlagseiten auf Farbe umzusteigen. Und es hat sich gelohnt, so meine ich. Das zarte Grün, das uns sehr an den bevorstehenden Frühling erinnert, durchzieht das ganze Heft und hat etwas Ermunterndes.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns Ihre Meinung zu der neuen Gestaltung des Domboten zukommen lassen. Gerne werden wir versuchen, Ihre Anregungen aufzunehmen.

Unserer bisherigen Gestalterin, Susanne Pichlak, möchte ich an dieser Stelle noch einmal ein ganz herzliches Dankeschön aussprechen. Es ist jedes Mal eine Herausforderung, wenn ein neues Exemplar ansteht, auch wenn manches schon routinemäßig laufen kann. Aber da gilt es, zu lange Artikel so einzupassen, dass sie nicht mit dem Layout kollidieren, oder Leerstellen, für die es keinen Text gibt, mit ansprechenden Elementen so zu füllen, dass die Seiten nicht überfrachtet erscheinen. Das ist Frau Pichlak jedes Mal in ausgezeichneter Weise gelungen.

Nun liegt die Verantwortung für diese Aufgabe auf den Schultern von Frau Schmalbruch, und wir sind gespannt, was für Ideen sie in Zukunft noch einbringen wird. Auch ihr danke ich an dieser Stelle ganz herzlich für Ihre Bereitschaft, sich dieser Herausforderung zu stellen.

Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Lektüre der altbewährten Inhalte. Der Dombote diente und dient ja in erster Linie dazu, Ihnen Informationen über das Gemeindeleben an die Hand zu geben. Das ist und bleibt auch in Zukunft der Schwerpunkt.

Ihr Pastor
Martin Senftleben




Das Flötenorchester beim Kantoreimusikfest

Kantoreimusikfest mit allen Gruppen der Kantorei

Am Sonntag, den 5. März 2017 um 16 Uhr soll wieder das Kantoreimusikfest stattfinden. In dieser Veranstaltung wollen sich alle festen musikalischen Gruppen der Domkantorei – der Domchor, der Kinderchor, das Blockflötenorchester, das Blockflötenensemble und die Band „Praisentation“ – in einem Konzert mit Stücken aus ihrem Repertoire vorstellen. Es soll auch gleichzeitig ein Dankeschön an die Mitglieder des Förderkreises „Kirchenmusik am Kaiserdom“ für die Unterstützung unserer Arbeit sein. Bei fünf so unterschiedlichen festen Gruppen wird es ein gut gefülltes und sehr vielfältiges Programm geben.

Wir freuen uns, wenn wir wieder viele interessierte Gäste im Dom begrüßen können. Der Eintritt ist frei.




Die Band Praisentation

Rock and Pray – ein Konzert, nicht nur mit Musik

Am 26. März um 15 Uhr präsentiert die Band „Praisentation“ aus ihrem Repertoire viele neue christliche Lieder (Sakro-Pop) sowie Musik aus dem weltlichen Rock- und Popbereich.

Unser Pfarrer Dr. Senftleben wird Gedanken und Meditationen zu den Texten der Musik darbieten. Natürlich wird nicht nur gebetet, wie es in der Überschrift dieses Konzertes steht. Da wir aber eine christliche Band sind, wollen wir auch dies nicht vergessen.

Der Eintritt ist frei und es sind natürlich alle herzlich eingeladen.

Andreas Schultz




Susanne Pichlak

Alles Gute, lieber „Dombote“

Wenn Sie den Domboten schon seit langem kennen, dann ist diese neue Ausgabe in vielerlei Hinsicht anders. Für mich ist er das ganz besonders, denn seit der 50. Ausgabe, also seit 1995/96, bin ich mit diesem Gemeindebrief sehr eng verbunden. Damals war ich auch in weiteren Gruppen der Stiftskirchengemeinde aktiv: im Domchor bei Andreas Schultz, im Gemeindebeirat als Protokollführerin und schließlich auch in der Redaktion des Domboten. Da ich als Grafikerin arbeite, brachte ich mich dort in erster Linie auf den Artikel-Seiten gestalterisch ein (die Terminseiten sowie Gemeindekreise und Freud und Leid kamen anfangs von Robert Grahn und seit langem dann von seinem Sohn Jonas).

Als ich im Jahr 2001 nach Peine zog, konnte ich dank Internet wenigstens dem Domboten „treu“ bleiben. Damit erfuhr ich regelmäßig auch viel aus meiner alten Gemeinde und es freute mich, nach einem arbeitsintensiven Wochenende mit Einpassen der Texte, Auswahl entsprechender Titelbilder und schmückendem Beiwerk auf den Seiten irgendwann das fertig gedruckte Heft in den Händen zu halten.

Nun aber, nach 22 Jahren und weit über 100 Ausgaben auf meinem Rechner, sage ich „Tschüss, mach’s gut“, denn meine Frei-Zeit für Projekte wie den Domboten ist weniger geworden. Ich wünsche meiner Nachfolgerin, Ute Schmalbruch, von Herzen alles Gute und freue mich, dass der Dombote bei ihr in guten Händen ist.

Susanne Pichlak

Eine Vorstellung spare ich Ihnen und mir hier – die meisten von Ihnen und euch werden mich ohnehin „irgendwie“ kennen. Ab sofort werde ich mich nun bemühen, Susanne Pichlaks Arbeit gebührend fortzuführen – und es ist mir klar: die Fußstapfen, in die ich trete, sind recht groß. Ein Profi vom Fach wie Susanne Pichlak bin ich nämlich nicht, aber mit Freude an dieser Arbeit und kreativen Ideen wird es mir hoffentlich gelingen, einen „ordentlichen“ Domboten zustande zu bringen, in dem Sie, liebe Leserinnen und Leser, sich wiederfinden. So hoffe ich, dass Ihnen mein „Erstlingswerk“, das Sie jetzt in den Händen halten, gefällt. Für konstruktive Kritik, Vorschläge und Ideen, die dazu beitragen, unser aller Domboten gemeinsam lebendig zu gestalten, bin ich jederzeit offen und freue mich auf Ihre Anregungen und Rückmeldungen. Im Namen des Redaktionsteams wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen unseres neuen und hoffentlich noch vieler weiterer Domboten.

Ute Schmalbruch




Anmeldung zum Konfirmandenunterricht

Alle Kinder, die vor dem 30.06.2005 geboren wurden und 2019 im Kaiserdom oder in der Sunstedter Kirche konfirmiert werden möchten, können ab sofort durch ihre Eltern während der Bürozeiten (dienstags, donnerstags, freitags von 9 – 11 Uhr) oder, falls das nicht möglich ist, nach vorheriger telefonischer Terminabsprache, unter Vorlage der Geburts- und gegebenenfalls Taufurkunde im Pfarrbüro zum Konfirmandenunterricht angemeldet werden.

Der Unterricht beginnt nach den Sommerferien und findet voraussichtlich dienstags am späten Nachmittag statt.




Goldene Konfirmation

Am 2. Juli wollen wir in diesem Jahr das Goldene Konfirmationsjubiläum feiern. Eingeladen sind alle, die in den Jahren 1966 und 1967 im Kaiserdom ihre Konfirmation feierten, oder die heute in Königslutter wohnen und nicht zur Jubiläumsfeier in ihrer Konfirmationskirche reisen können. Dazu bitten wir Sie um Ihre Mithilfe: Da sich durch Heirat häufig die Namen ändern, können wir anhand unserer Register nicht alle damals Konfirmierten ausfindig machen. Wenn Sie wissen, wie damals Konfirmierte heute heißen oder sogar ihre Adresse kennen, teilen Sie uns dies bitte per E-Mail, Telefon oder persönlich im Pfarrbüro mit.

Einzelheiten zur Feier des Konfirmationsjubiläums werden in der nächsten Ausgabe des Domboten bekanntgegeben.

Martin Senftleben




Weltgebetstag am Freitag, 3. März 2017 um 18.30 Uhr im Kaiserdom<br /> <b>Motto: „Was ist denn fair“ – Philippinen</b>

Herzliche Einladung zum ökumenischen Gottesdienst am Freitag, 3. März um 18.30 Uhr im Kaiserdom

Viele Köpfe (und Hände) sind seit Wochen tätig, um das große Thema „Gerechtigkeit“ zu bedenken und den Weltgebetstag vorzubereiten. Dabei sollen die folgenden Fragen erörtert werden: 1. Welches sind die Aussagen des Gleichnisses von den „Arbeitern im Weinberg“? 2. Wie verstehen die Frauen aus den Philippinen diesen Bibeltext, welche Hoffnungen und Gedanken werden in der Gottesdienstordnung, die sie entworfen haben, deutlich? 3. Was bedeutet Gerechtigkeit und Solidarität für uns in Deutschland, in Königslutter?

Zu einer kurzen Vorstellung der Philippinen im Gottesdienst, der uns mit Gemeinden in der ganzen Welt verbindet, und zu einem Gedankenaustausch bei gutem Essen im Gemeindezentrum am Dom laden wir Sie herzlich ein!

Nach dem Gottesdienst besteht im Gemeindezentrum auch die Möglichkeit, Fair-Trade-Produkte aus den Philippinen zu kaufen – als kleines Zeichen der Solidarität.

Anne-Luise Lee




Kleider- und Schuhsammlung vom 3. bis 6. April 2017

Von Montag, 3. April bis Donnerstag, 6. April 2017 führt das Spangenberg Sozialwerk bei uns wieder eine Kleider- und Schuh-Sammelaktion durch. Mit Ihren Spenden kann bedürftigen Mitmenschen im In- und Ausland geholfen oder zeitnahe Katastrophenhilfe, z.B. bei Hochwasser, geleistet werden.

Bitte bringen Sie im angegebenen Zeitraum Ihre Kleiderspenden im Plastikbeutel oder gut verpackt zum Gemeindezentrum am Dom – auf die Veranda hinter dem Pfarrhaus. Sammelbeutel liegen im Dom oder im Stiftspfarramt aus. Bitte spenden Sie nur Kleidung, Schuhe und Haushaltswäsche von guter Qualität!

Für Ihre Hilfe danken Ihnen Ihre Kirchengemeinde und die Deutsche Kleiderstiftung Spangenberg e.V.




Passionszeit und Ostern in unserer Gemeinde

Passionsandachten unter dem Oberthema „Passion im Spiegel der Reformation“

im Refektorium bzw. in der Stadtkirche

Die einzelnen Termine und Orte finden Sie unter » Termine » Gottesdienste.

Gründonnerstag, 13. April, 19 Uhr
„Was ist anders?“ – Brot und Wein als Leib und Blut Christi. Mit Tischabendmahl im Refektorium

Karfreitag, 14. April
10 Uhr: „Jesus, gedenke an mich!“ – Abendmahlsgottesdienst im Dom
15 Uhr: „Zu unserem Heil!“ – Andacht zur Sterbestunde Jesu mit der Domkantorei

Karsamstag, 15. April, 15 Uhr
„Hinabgestiegen in das Reich des Todes“ – Andacht zur Grabesruhe Jesu

Ostersonntag, 16. April
  6 Uhr: Osternacht und Sonnenaufgang
„Wachet auf und rühmet!“ – Osternachtfeier mit Heiligem Abendmahl mit Dom- und Posaunenchor, Anschließend Osterfrühstück im Gemeindezentrum

10 Uhr: „Das leere Grab“ – Festgottesdienst zum Ostersonntag

Ostermontag, 17. April, 10 Uhr
„Es muss alles erfüllt werden“ – Gemeinsamer Festgottesdienst von Stadt- und Stiftskirchengemeinde im Dom

Für das Osterfrühstück werden auch in diesem Jahr wieder Geldspenden und gefärbte Ostereier erbeten. Bitte geben Sie Ihre Geldspende während der Geschäftszeiten im Pfarrbüro ab.

Gefärbte Ostereier für das Osterfrühstück werden gerne am Samstag, 15. April von 10.00 – 12.00 Uhr im Gemeindezentrum entgegengenommen.

H.-G. Saffert




Christi Himmelfahrt unter dem grünen Blätterdach

Den Himmelfahrtsgottesdienst am Donnerstag, 25. Mai um 10.00 Uhr wollen wir als „Gottesdienst im Grünen“ feiern. Nach guter Tradition soll der Gottesdienst wieder unter dem grünen Blätterdach der alten Linden auf dem Domvorplatz stattfinden.

Die musikalische Ausgestaltung übernimmt unser Posaunenchor unter der Leitung von Andreas Schultz. Im Anschluss an den Gottesdienst sind alle Besucher sehr herzlich zur traditionellen Maibowle eingeladen. Bei schlechtem Wetter wird der Gottesdienst in den Dom verlegt und die Bowle wird im Kreuzgang ausgeschenkt.

H.-G. Saffert




Domandachten „Die Wolke der Zeugen“

In den Domandachten setzen wir in diesem Jahr die Reihe „Die Wolke der Zeugen“ fort. Ab dem 6. Mai findet jeden Sonnabend um 17 Uhr eine Domandacht statt, die musikalisch von Musikern aus der Region ausgestaltet wird. Die Andachten stellen eine Person aus dem Evangelischen Namenkalender vor, wodurch es möglich wird, die Geschichte der Kirche anhand der Lebensbilder nachzuvollziehen. Zugleich werden uns diese Lebensbilder zum Vorbild für unser eigenes Leben.

Die musikalische Gestaltung haben:

Sa.,   6. Mai: Falko Drevermann

Sa., 13. Mai: Gospelchor Nordsteimke

Sa., 20. Mai: Kerstin Denecke

Sa., 27. Mai: Falko Drevermann

Martin Senftleben




Martin Luther – Lehrer des Evangeliums

Zum Reformationsgedenken lädt die Propstei Königslutter zu einem Vortrag am 9. Mai um 19 Uhr im Dom mit Prof. Dr. Dr. Johannes Schilling, Professor für Kirchengeschichte und Erster Präsident der Luther-Gesellschaft, ein. Prof. Dr. Dr. Schilling betrachtet die unterschiedlichen Facetten Martin Luthers in seiner Zeit und für unsere Zeit, „Entdeckungen und Erfahrungen Luthers, die auch in der Gegenwart von Bedeutung sein können und sind.“




Was wollen die hier – und was haben wir damit zu tun?

Situation der Flüchtlinge und Flüchtlingshilfe im Landkreis Helmstedt im Fokus des Ökumenischen Männertages 2016

„Warum Menschen bei uns Schutz suchen, was sie brauchen und was wir ihnen bieten können“ – diese Frage beschäftigte die Teilnehmer des Ökumenischen Männertages 2016. Referentin Ludmila Wunder, Leiterin der „Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe“ bei der Kreisstelle Helmstedt der Diakonie im Braunschweiger Land, informierte die Zuhörer über die Situation der Flüchtlinge und über den Stand der Flüchtlingshilfe im Landkreis Helmstedt. Nach anfänglichen Kapazitätsengpässen auf Seiten der Behörden, die zum Teil durch ehrenamtliches Engagement aufgefangen wurden, konnte laut Frau Wunder mittlerweile die Unterstützung z. B. bei Behördengängen oder in den für uns Einheimische alltäglichen Dingen des Lebens verbessert werden.

Unterkunft, Integration und Hilfe in Alltagsdingen durch Kommunen, Institutionen und Ehrenamtliche

Zurzeit sind nach Angaben von Frau Wunder weltweit rund 65 Millionen Menschen auf der Flucht. Die Hauptgründe: Krieg, Terror und massive Menschenrechtsverletzungen. Landkreise, Städte und Gemeinden geben diesen Menschen eine Unterkunft und schaffen Bedingungen für die möglichst schnelle soziale, insbesondere berufliche Integration. Eine besondere Herausforderung ist die Vermittlung der deutschen Sprache als Grundlage einer erfolgreichen Eingliederung.

Schutz vor Willkür und Verfolgung

In den meisten Kommunen helfen Beratungsstellen, aber auch freiwillige Helfer in vielen Angelegenheiten des täglichen Lebens, aber auch in Fragen bezüglich der Anerkennung als Asylberechtigter oder Flüchtling mit Aufenthaltsrecht in Deutschland.

Fazit des Vortrages von Ludmila Wunder: Die Migranten brauchen in ihrer äußerst schwierigen Lage neben Verständnis, Hilfe und Anerkennung vor allem Schutz vor Willkür und Verfolgung.

Norbert Lucas




Der Jugendraum der Christuskirche in Schöningen, rund ein halbes Jahr das „Zuhause“ von A. <i>(Foto: privat)</i>

„In dieser Zeit wurde Gottes Segen und Schutz erlebbar“

Ja? Nein? Vielleicht? Schaffen wir das? Haben wir geeignete Räumlichkeiten? Wie geht das finanziell? Was ist, wenn …? In welchen Fällen gewähren wir überhaupt ein Kirchenasyl? Pastor Andreas Neef berichtet über ein Kirchenasyl in der Christuskirche in Schöningen.

Die Liste der Fragen ist lang, und je länger man darüber nachdenkt, desto länger wird auch sie. In manchen Situationen ist aber keine Zeit, um alle Fragen umfassend zu behandeln. Dann gilt es, zu vertrauen. So ging es uns in der Christuskirche Schöningen. Wir vertrauten den übersetzten Aussagen des Flüchtlings und den Einschätzungen von Mitarbeitern der Diakonie Helmstedt, dem Mitarbeiter von Refugium Braunschweig, einem ehrenamtlichen Mitarbeiter der Flüchtlingshilfe Schöningen und dem Anwalt.

A. stammt aus dem Irak, hatte dort ein Geschäft mit mehreren Filialen. Er arbeitete unter anderem für die Universität in Bagdad. Dann kamen religiöse Schutzgelderpresser. Ihren Forderungen konnte er nicht mehr gerecht werden. Die Geschäfte wurden verwüstet. Die kleine Familie von A. lebte fortan in Angst. Seine schwangere Frau und das Kind brachte er zu Angehörigen und floh über die Türkei. Auf seiner Flucht wurde er in Bulgarien erstmals registriert. Deshalb sollte er im August 2015 dorthin abgeschoben werden, obwohl er dort interniert und misshandelt worden war.

Im Vertrauen auf das, was wir erfahren hatten, sollte A. zunächst nur ein Wochenende bei uns unterkommen, doch wir haben als Kirchenvorstand entschieden, dass er bei uns bleiben kann. Die Gemeinde wurde darüber unterrichtet und hat sich später voll und ganz dahinter gestellt.

A. lebte nun im Jugendkeller. Dort hatte er eine Küchenzeile mit Kühlschrank, Sofas und einen Billardtisch. Lediglich freitags musste er den Raum für die Jugend drei Stunden hergeben. Sonst hatte er dort seine Privatsphäre.

Eine Verständigung auf Deutsch war kaum möglich. Wäschewaschen, Versorgung – all das musste organisiert werden. Trotz dieser Hürden war A. froh, in Sicherheit zu sein. Das spürte man ihm ab. Doch die Angst blieb...

Obwohl er Moslem war, suchte er sonntags die Gemeinschaft im Gottesdienst und im Kirchencafé. Mehrere Ehepaare kümmerten sich arbeitsteilig intensiver um A., füllten den Kühlschrank, kochten mal für ihn und lernten mit ihm Deutsch. Außerdem hatten wir das Glück, einen Sprachkurs der Kreisvolkshochschule in unsere Räume zu holen. So konnte er fünf Tage die Woche Deutsch lernen, hatte stets Menschen um sich herum und einen geregelten Tagesablauf.

A. war sehr dankbar für alles. Wo er konnte, wollte er mit zupacken und helfen. So hatte er das Gefühl, nicht einfach nur Last und Gast zu sein, sondern Teil der Gemeinschaft.

Im Februar war das Kirchenasyl zu Ende. Schon im März wurde A. vom BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) angehört und seine Fluchtgründe wurden bestätigt. Er ist nun anerkannt...

A. wohnt weiter in unserem Wohnhaus, jetzt nicht mehr im Keller, sondern unterm Dach. Er fühlt sich wohl bei uns, kommt weiter zu Gottesdiensten und hilft gern, wo er kann. Er ist unser Freund geworden.

Wir haben uns auf ihn eingelassen und er sich auf uns. In dieser Zeit wurde für uns Gottes Segen und Schutz erlebbar. A. war nie krank und hat mit viel Geduld und Humor die Zeit im Asyl ertragen. Wir haben viel voneinander gelernt. Es war eine Erfahrung, die uns im Rückblick als Gemeinde verändert und uns sensibler für die Schicksale und Nöte der zu uns kommenden Menschen gemacht hat.

Andreas Neef,

Pastor der Christuskirche in Schöningen




Martina Helmer-Pham Xuan <i>(Foto: Landeskirchenamt)</i>

Pröpstin Helmer-Pham Xuan ab 1. März 2017 im Amt

Nach über dreijähriger Vakanz hat die Propstei Königslutter eine neue Leitung. Am 15.11.2016 wählte die Propsteisynode mit großer Mehrheit Frau Martina Helmer-Pham Xuan zur Pröpstin. Sie wird das Amt am 1. März 2017 antreten und am Samstag, 4. März 2017, um 14 Uhr in der Stadtkirche mit einem Gottesdienst von Landesbischof Dr. Meyns in ihr Amt eingeführt. Die Pröpstin ist mit einer halben Stelle auch Pfarrerin an der Stadtkirche. Frau Helmer-Pham Xuan (55 Jahre) war zuletzt Europa-Repräsentantin der Evangelischen Kirche der USA und davor 10 Jahre lang Direktorin des Evangelisch-lutherischen Missionswerkes in Hermannsburg (Niedersachsen). Dem voraus gingen Tätigkeiten bei der Evangelischen Kirche in Deutschland, im Landeskirchenamt Wolfenbüttel sowie als Gemeindepfarrerin in Wolfenbüttel, Salzgitter und im Ausland.

Ehrenfried Messal




Pfarrer Dr. Senftleben, Pfarrerin Meerheimb und Pfarrer Jordens-Höke (v. links) stoßen auf das Neue Jahr an <i>(Foto: Braunschweiger Zeitung)</i>

Pfarrverband begrüßt das Neue Jahr

Mit einem gemeinsamen Festgottesdienst am 15. Januar 2017 im Kaiserdom begrüßte der evangelisch-lutherische Pfarrverband Königslutter das Neue Jahr. Der gut besuchte Gottesdienst wurde von Pfarrerin Meerheimb, den Pfarrern Jordens-Höke und Dr. Senftleben, ehrenamtlichen Vertretern der Kirchengemeinden sowie dem Posaunenchor gestaltet.

Pfarrer Dr. Senftleben bezog sich in seiner Predigt auf die Bitte Moses an Gott: „Lass mich deine Herrlichkeit sehen!“ (2. Buch Mose, Kap. 33) und betonte, dass die Kirchen als Gebäude Raum bieten sollen, um sich Gott zu nähern. Er schlug vor, alle Kirchen des Pfarrverbandes tagsüber geöffnet zu halten, damit – gerade in Zeiten der Angst vor drohender Terrorgefahr – Menschen die Orte der Stille aufsuchen und leichter zu Gott finden können. Beim anschließenden Empfang mit Mittagessen im Gemeindehaus der Stiftskirche, der von den Mitgliedern der verschiedenen Kirchengemeinden vorbereitet worden war, wurde die Gelegenheit zum Austausch und weiteren Kennenlernen genutzt.

Ehrenfried Messal




Stadtkirche St. Sebastian und Fabian

Aus der Stadtkirche

Besonders die Stadtkirche und der Pfarrverband Königslutter dürfen sich freuen: Die Propsteisynode hat Frau Martina Helmer-Pham Xuan zur Pröpstin für Königslutter gewählt.

Am Sonntag, 26. Februar um 10.15 Uhr eröffnet Lektorin Iris Fellmann im Gottesdienst die Ausstellung „KreuzWeise“ mit Fotografien von Kreuzen, dem Symbol für den christlichen Glauben schlechthin. Diese Bilder, die bis Ende März dienstags bis sonntags in der Zeit von 9–17 Uhr besichtigt werden können, stehen stellvertretend für Geschichten von durchkreuzten, verkreuzten und gekreuzten Lebenswegen von Menschen und sind damit ein Sinnbild für das Leiden und Sterben Christi.

Auch in diesem Jahr werden wir am Karsamstag in der Stadtkirche eine Osternacht feiern. Dazu treffen wir uns am Samstag, 15. April um 23.30 Uhr in der dunklen Kirche. Um Mitternacht wird mit Glockengeläut der Ostermorgen begrüßt, und die Kirche wird im Osterlicht erstrahlen. Am Ostersonntag, 16. April laden wir um 10.15 Uhr zum Ostergottesdienst ein. Ein besonderer Familiengottesdienst zu Ostern mit einer Taufe wird am Sonntag, 23. April um 10.15 Uhr stattfinden. Im Anschluss daran ist für Kinder und Erwachsene das Ostereiersuchen im Pfarrgarten geplant.

In der Stadtkirche findet an jedem letzten Mittwoch im Monat von 9–11 Uhr das Gemeindefrühstück mit einem anschließenden einstündigen bunten Programm statt.

Die Kleinen in der Gemeinde kommen jeden Donnerstag von 9–11 Uhr im Spielkreis zusammen. Die Leiterin, Angela Böhm, singt, spielt, bastelt und frühstückt mit den Kindern. Am 20. April um 10 Uhr feiern Große und Kleine einen kindgerechten Minigottesdienst in der Stadtkirche.

10 Kirchengemeinden des Pfarrverbandes Königslutter, Bornum, Lauingen, Rieseberg, Boimstorf, Glentorf, Rotenkamp, Scheppau, Groß Steinum, Rottorf und die Stadtkirche feiern wieder einen gemeinsamen Himmelfahrtsgottesdienst am Donnerstag, 25. Mai um 11 Uhr mit anschließendem Kirchenkaffee, den in diesem Jahr die Kirchengemeinde in Glentorf ausrichtet.

Die ökumenische Gruppe Kreuz und Quer lädt alle interessierten Frauen am Mittwoch, 10. Mai um 19.30 Uhr in den Gemeindesaal der Stadtkirche ein. In der Reihe „Starke Frauen“ geht es passend zum 500-jährigen Reformationsjubiläum um „Katharina von Bora, Martin Luthers Ehefrau“.

Ich freue mich, wenn wir uns bei der einen oder anderen Veranstaltung oder während eines Frühlingsspazierganges treffen und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Ute Meerheimb,

Pfarrerin der Stadtkirche




Die restaurierte Furtwängler & Hammer Orgel im Kaiserdom

„Was ihr wollt“

Namhafte Organisten und ein Sänger präsentieren ihre Lieblingsstücke anlässlich der Orgelwoche vom 7. bis 14. Mai 2017

In den Konzerten der diesjährigen Orgelwoche ist zu erleben, wonach den Organisten und dem Sänger „der Sinn“ steht. Ihnen sei in den Konzerten freie Hand gelassen, um die Musik zu spielen und zu singen, die ihnen die meiste Freude macht. Lassen Sie sich also überraschen.

Das folgende Programm erwartet Sie:

Sonntag, 7. Mai 2017 um 17.00 Uhr
Gero Pitlok (Regensburg), Orgel
mit Werken von Brewer, Pierné, Reger, Improvisationen u.a.

Mittwoch, 10. Mai 2017 um 19.00 Uhr
Raphael Nigbur, Kreiskantor St. Nicolai, Gifhorn
mit Werken von J. S. Bach, E. Elgar, Ch. Ives u. a.

Freitag, 12. Mai um 19.00 Uhr
Hans-Dieter Karras, Klosterkirche Riddagshausen
mit Werken von Josef Gabriel Rheinberger, Jürgen Borstelmann, Théodore Dubois

Sonntag, 14. Mai 2017, 17.00 Uhr
Daniel Ricardo de Pinho (Regensburg), Gesang und Orgel
Veit Pitlok (Regensburg), Orgel
mit Werken von J. S. Bach, F. Mendelssohn, C. Franck, Improvisationen u.a.

Der Eintritt zu allen Konzerten ist frei!

Andreas Schultz




“Carillon Choir and Majors Ensemble”

Handglocken erklingen im Dom

Auf einen außergewöhnlichen Ohrenschmaus können sich Besucher des Konzerts des “Carillon Choir and Majors Ensemble” der Baptistengemeinde der Universität Minneapolis, Minnesota, am Freitag, 24. März um 19 Uhr im Dom freuen: Das im Januar 1994 gegründete Ensemble unter der Leitung von Jean Lubke lässt seine Handglocken im Kaiserdom erklingen und präsentiert ein musikalisches Programm traditioneller französischer und deutscher Stücke sowie traditioneller amerikanischer Musik.

Wir freuen uns, dass diese generationsübergreifende Musikgruppe, die bereits zahlreiche Konzerte in Nord- und Mittelamerika, England und Schottland gegeben hat, auf ihrer diesjährigen Konzertreise durch Frankreich und Deutschland Station in Königslutter macht.

Der Eintritt zu diesem Konzert ist frei.

» Kostprobe auf YouTube anhören …

Martin Senftleben




Unsere Konfirmandinnen 2017 im Kaiserdom in Königslutter und in St. Jacobus in Sunstedt

Unsere Konfirmandinnen 2017

Am Sonntag, 23.04.2017 um 10 Uhr werden 7 Mädchen im Kaiserdom, am Sonntag, 30.04.2017 um 10 Uhr 2 Mädchen in der Kirche St. Jacobus in Sunstedt durch Pfarrer Dr. Senftleben konfirmiert.




Deckenmalerei im Altarraum der St.-Jacobus-Kirche in Sunstedt <i>(Foto: privat)</i>

Sunstedt

Werk von Quensen auch in Sunstedter Kirche

Wer schon einmal in der Sunstedter St. Jacobuskirche war, kennt es, das Deckengemälde im Altarraum in der Apsis. Und auch diese Deckenmalerei wurde, wie viele in unserer Umgebung, von dem bekannten Kirchenmaler Quensen gemalt. Schaut man sich seinen Lebenslauf an und vergleicht ihn mit unserem Kirchenbau, so muss die Malerei zu seinen Anfangswerken gehört haben – die Kirche wurde in der Zeit von Juni 1880 (Grundsteinlegung) bis Advent 1882 (Einweihung) gebaut.

Adolf Quensen, geb. 1851, ging bei seinem Vater in die Malerlehre, bildete sich weiter im Collegium-Carolinum in Braunschweig, danach in München und Wien. 1879 erhielt er seinen ersten Auftrag in Braunschweig: er malte den Dom St. Blasii aus und es folgten weitere in der ganzen Region. Im März 1881 gründete Adolf Quensen sein eigenes Malergeschäft und in dieser Zeit muss er auch die Apsis der Sunstedter Kirche ausgemalt haben. Die wenigsten wissen doch, was wir für ein Kunstwerk in unserer Kirche haben, denn Malereien von Quensen befinden sich u.a. auch in der Burg Dankwarderode, im Braunschweiger Rathaus, in der Berliner Gedächtniskirche und noch an vielen, vielen anderen Orten.

Ingrid Paschke