?

Auszüge aus dem Domboten Nr. 151 (28. Jahrgang)

Juni – Juli – August 2015


Vorwort – Gedanken

Liebe Gemeinde

Geh aus, mein Herz, und suche Freud …

Dieses bekannte Lied Paul Gerhardts (EG 503) klingt uns in dieser Zeit wohl allen im Herzen, und mancher singt es vielleicht auch leise vor sich hin.

Sicher kommt es auch in manchen Gottesdiensten zum Klingen. Aber meist sind es nur die ersten der 15 im Gesangbuch abgedruckten Strophen, die einem über die Lippen kommen. Denn in ihnen werden die Wunder der Natur besungen, der Schöpfung Gottes, von der wir täglich umgeben sind. Das ist unsere Welt.

Die zweite Hälfte des Liedes stellt dann gewissermaßen eine Verbindung her zwischen der Schöpfung und ihrem Schöpfer. „Ach, denk ich, bist du hier so schön und lässt du’s uns so lieblich gehen auf dieser armen Erden: was will doch wohl nach dieser Welt dort in dem reichen Himmelszelt und güldnen Schlosse werden.“, lässt uns der Dichter in der 9. Strophe singen. Und dann beschreibt er den himmlischen Gesang der abertausend Seraphin, die Gott mit tausend Psalmen preisen.

Paul Gerhardt kehrt wieder zurück zur irdischen Welt, und jetzt wird spürbar, dass das Lied kurz nach dem 30-jährigen Krieg entstand, der Not und Elend über das Land gebracht hatte. Die Spuren des Krieges sind überall zu erkennen, und der Dichter klagt kurz über des Leibes Joch, das ihn aber nicht daran hindern soll, in das Lob der Engel schon „an diesem und an allem Ort“ (Vers 12) mit einzustimmen.

Die Wunder der Natur werden in dem Lied ganz zum Sinnbild für die Gnade und Güte Gottes. Der Dichter sieht sich am Ende selbst als Baum, Blume oder Pflanze im Garten Gottes stehen, um ihm dort zu seinem Ruhm zu grünen und zu blühen. Doch wird ihm das nicht aus eigenem Wollen gelingen, sondern nur durch die Hand des Schöpfers.

Es ist ein Lied der vollkommenen Hingabe in dem Vertrauen auf die große Güte Gottes. Solches Vertrauen wünsche ich Ihnen, liebe Leserin und lieber Leser, in dieser lieben Sommerzeit.

Ihr Pastor
Martin Senftleben




Domfest am Sonntag, 28. Juni 2015

33. Domfest 2015

Am Sonntag, 28. Juni 2015 beginnt das Domfest um 10.00 Uhr mit einem Ökumenischen Festgottesdienst mit dem Thema „Der feste Grund“.

Mit dem Domfest erinnern wir an Petrus und Paulus, die Namenspatrone unseres Kaiserdoms, und die mittelalterliche Tradition der „Lutterschen Fahrt“.

In diesem Jahr feiern wir zusätzlich das Jubiläum „5 Jahre Außerschulischer Lernort Kaiserdom“ mit vielen Aktionen zum Spielen, Entdecken und Erleben !

Nach dem Gottesdienst gibt es wieder ein umfangreiches, überwiegend von ehrenamtlichen Mitarbeitern gestaltetes Programm:

Es musiziert die Band „Praisentation“ unter der Leitung von Domkantor Andreas Schultz im Kreuzgang Innenhof. Die „Mittelalter-Folkrockband“ präsentiert mittelalterliche Musik. Beim Blockflötenkonzert im Brunnenhaus spielt das Ensemble „Musica Ligno“ Musikstücke aus allen Epochen.

Das „Figurentheater Fadenschein“ präsentiert im Kreuzganghof das Stück „Kanto – Einer der auszog, durch Türen zu reisen.“

Die Stadt- und Domführergilde bietet kostenlose Domführungen an. Treffpunkt hierfür ist am Löwenportal.

Der Mittelalterliche Kräutergarten wartet mit Aktionen und Führungen rund um das Thema Kräuter, Kräuterküche, Heilkräuter und Teemischungen auf.

Rund um den historischen Dom gibt es außerdem einen Markt von Handwerkern und Künstlern. Hier bietet sich die Gelegenheit zum Schauen und Kaufen.

Im Mittelalter-Lager kommen mittelalterliche Spiele und Rituale zur Aufführung. Auf der Rasenfläche vor dem Dom stellen sich verschiedene Vereine aus Königslutter vor. Hierzu gehören unter anderem die Briefmarkenfreunde, die Friends of Taunton und die Arbeitsgemeinschaft Eisenbahn Königslutter.

In der Straße „Am Plan“ rundet ein Kinderflohmarkt das bunte Bild des Domfestes ab.

Im Gemeindezentrum lädt die Stiftskirchengemeinde in die Kaffeestube ein. Hier wird den Besuchern wieder leckerer, selbstgebackener Kuchen angeboten. Kuchenspenden hierfür werden ab 9.00 Uhr im Gemeindezentrum entgegengenommen. Herzlichen Dank dafür !

Das „AWO Psychiatriezentrum“ lädt auf der Rasenfläche rund um die Kaiser-Lothar-Linde zu Mitmachaktionen für Jung und Alt ein und informiert über seine Arbeit.

Außerdem gibt es ein vielfältiges Angebot an Speisen und Getränken.

Um 17.00 Uhr beendet eine besinnliche Schlussandacht zum Thema „Das Band der Liebe" das Domfest.

H-G. Saffert




Bald ist Gemeindefest!

Bald ist es wieder so weit: Wir feiern Gemeindefest!

Dazu laden wir am Sonntag, den 12. Juli 2015 herzlich zu einem Familiengottesdienst um 11 Uhr in den Kaiserdom ein.

Das Thema des Gemeindefestes befasst sich mit der Frage nach dem fairen Handeln bei Produkten aus den Entwicklungsländern, die wir beziehen.

Sie dürfen alle gespannt sein, wie das Thema in den Gottesdienst eingebaut wird.

Im Anschluss an den Gottesdienst treffen wir uns alle auf dem Hof des Gemeindezentrums. Der Ablauf ist wie gewohnt:

Ab 12.15 Uhr hat der Grillstand für das Mittagessen mit Steaks, Bratwürsten und Salaten geöffnet.

Die Kinderkantorei hat ab 13 Uhr ihren Auftritt mit verschiedenen Liedern.

Um 14 Uhr beginnt das Kinderfest auf der Wiese am Gemeindezentrum mit Spielen als „Bunter Rasen“.

Gegen 14.30 Uhr wird die Kaffee-Tafel eröffnet und lädt zu Kuchen und Torten ein.

Andere Getränke und Eis werden ebenfalls angeboten.

Ab 15 Uhr wird der Posaunenchor mit schwungvoller Musik zum Mitsingen aufwarten.

Das Gemeindefest endet mit einer Andacht um 17 Uhr am Gemeindezentrum.

Über gespendete Salate, Kuchen und Torten würden wir uns freuen. Diese können am Tag des Gemeindefestes ab 9 Uhr im Gemeindezentrum abgegeben werden.

Nun hoffen wir auf gutes Wetter und zahlreiche Gemeindemitglieder, die das Gemeindefest feiern.

Ehrenfried Messal




Goldene Konfirmation

Am 30. August wollen wir in diesem Jahr das Goldene Konfirmationsjubiläum feiern mit allen, die in den Jahren 1964 und 1965 konfirmiert wurden. Eingeladen sind alle, die im Kaiserdom ihre Konfirmation feierten oder die heute in Königslutter wohnen und nicht zur Jubiläumsfeier in ihrer Konfirmationskirche reisen können.

Um 10 Uhr beginnt der Gottesdienst, und ab 15 Uhr haben wir gemeinsames Kaffeetrinken mit den Jubilaren der Stadtkirche im Lindenhof in Bornum.

Wir bitten um Ihre Anmeldung bis zum 31. Juli 2015.

Wir bitten außerdem um Ihre Mithilfe:
Da sich durch Heirat häufig die Namen ändern, können wir anhand unserer Register nicht alle damals Konfirmierten ausfindig machen. Wenn Sie wissen, wie damals Konfirmierte heute heißen und vielleicht sogar ihre Adresse kennen, teilen Sie uns dies bitte per E-Mail, Telefon oder persönlich im Pfarrbüro zu den Öffnungszeiten mit.

Außerdem wäre es schön, wenn der eine oder die andere zum Beisammensein etwas beitragen könnte.

Wir freuen uns auf ein fröhliches Miteinander!

Martin Senftleben




<p style='font-size:0.9em; float:right; margin:0 10px 0 0;'><i>Foto: Foto Asmus</i></p><p style='font-size:0.9em; margin:0 10px 0 0;'>Unsere Konfirmanden 2015</p>

Foto: Foto Asmus

Unsere Konfirmanden

Am 12. April wurden in der Stiftskirche diese sieben Mädchen und zwölf Jungen konfirmiert. Wir wünschen ihnen für ihren weiteren Lebensweg Gottes Segen und heißen sie als mündige Glieder unserer Gemeinde herzlich willkommen!




„Kirche im Grünen“

Waldandachten bei Kaffee und Kuchen!

An den Sonntagen vom 5.7. bis 9.8. finden jeweils um 16 Uhr wieder Andachten auf der Terrasse des Waldrestaurants „Tetzelstein“ statt.

An dieser historischen Stelle soll der Dominikanermönch und Ablasshändler Johann Tetzel 1518 überfallen und beraubt worden sein. 1846 wurde an dieser Stelle ein Denkmal im neugotischen Stil aus Elmkalkstein errichtet. Die Andachten werden organisiert und gestaltet von Pastoren und Musikgruppen aus den Propsteien Königslutter und Schöppenstedt. Für die Propstei Königslutter werden die Andachten von folgenden Pastoren gehalten:

05.07. Pastor Ulf Stoischek, Cremlingen

19.07. Pastor Lothar Voges, Bienrode

02.08. stellvertretender Propst Thomas Posten, Destedt

Weitere Einzelheiten hierzu entnehmen Sie bitte der Tagespresse.

H-G. Saffert




Pfarrverband beschäftigte sich mit Lage der Flüchtlinge

Der Vorstand des Pfarrverbandes behandelte in seiner Sitzung am 16. April als besonderes Thema „Asylbewerber und Flüchtlinge“. Hierzu nahmen auf Einladung als Gäste Herr Hoppe (Bürgermeister), Frau Maushake (Ortsbürgermeisterin Lelm), Frau Sanli (Türkische Gemeinde Königslutter), Herr Seifert (Diakonie-Kreisstelle Helmstedt) und Frau Westphal (Kreisvolkshochschule) teil, die über die Lage berichteten.

Herr Hoppe schilderte, dass derzeit 88 Personen u.a. aus Somalia, Sudan, Kosovo und Algerien in Königslutter wohnten, überwiegend Männer. Weitere 50 Personen müssten noch aufgenommen werden, damit Königslutter die zugewiesene Gesamt-Aufnahmequote erfülle. Die Kommunen seien nur für die Unterbringung und den Lebensunterhalt der Flüchtlinge verantwortlich. Wegen der notwendigen weitergehenden Betreuung bestehe eine Zusammenarbeit mit DRK und Diakonie.

Frau Maushake berichtete über die Aufnahme von 15 Flüchtlingen aus dem Sudan vor zwei Jahren in Lelm, von denen die Hälfte mittlerweile in der Kernstadt wohne. Zur leichteren Integration habe man die Flüchtlinge im Ort mit den Einheimischen bekannt gemacht und für eine Teilnahme an Veranstaltungen des Sportvereins vermittelt. Jeder Flüchtling habe ein Fahrrad erhalten, damit Fahrten vor allem zum Einkaufen nach Königslutter möglich seien. Außerdem werde Deutsch-Unterricht erteilt. Etwa 6 Einheimische kümmerten sich ehrenamtlich regelmäßig um die Flüchtlinge.

Frau Sanli teilte mit, dass sich auch die Türkische Gemeinde der Flüchtlinge angenommen habe, da die meisten Muslime seien. Sie erwähnte im einzelnen die Maßnahmen wie Deutsch-Unterricht und Begleitung zu Behörden, mit denen Hilfe gewährt werde. Herr Seifert erläuterte die Verhältnisse für Flüchtlinge im Landkreis. Ein Netzwerk aus hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern sei gebildet worden, um die Zusammenarbeit bei Maßnahmen für Flüchtlinge zu koordinieren. Ein großes Problem sei die Vermittlung der deutschen Sprache, auch weil Asylbewerber noch keinen Anspruch auf Sprachkurse hätten.

Frau Westphal betonte hierzu, dass manche Flüchtlinge überhaupt nicht lesen und schreiben könnten, so dass ihnen erst fundamentale Kenntnisse vermittelt werden müssten. Die Sprachkurse müssten kostenlos durchgeführt werden. Es fehlten Dozenten für Sprachkurse und Unterrichtsmaterial. Auch wenn Sprachkurse stattfänden, gebe es das Problem der Beförderung von Flüchtlingen zu den Orten der Sprachkurse.

Der Vorstand des Pfarrverbandes war anschließend der Meinung, dass nun in den einzelnen Kirchen­gemeinden darüber beraten werden solle, mit welchen Maßnahmen den Flüchtlingen ergänzende Hilfe geleistet werden könne.

Die Stiftskirchengemeinde erörterte in der Sitzung des Kirchenvorstands am 28. April die Möglichkeit für Hilfen. Angesprochen wurden vor allem die Unterstützung von Sprachkursen und die Organisation von Spielenachmittagen sowie die Einweisung zu Fahrrad-Reparaturen.

Wer aus der Gemeinde Interesse hat, sich zu beteiligen, kann sich gerne an das Pfarramt wenden.

Ehrenfried Messal




Der Männerkreis stellt sich vor

In loser Reihenfolge stellen sich demnächst die verschiedenen Gemeindekreise den Lesern des Domboten vor. Den Anfang macht in dieser Ausgabe der Männerkreis, der in diesem Jahr bereits 28 Jahre alt wurde.

Dreizehn Männer aus Königslutter und Sunstedt trafen sich unter der Leitung von Pfarrer Manfred Trümer im April 1987 zur ersten Gesprächsrunde mit der Frage:

„Was ärgert mich an der Kirche?“

In den folgenden Jahren gab es eine breite Palette von Themen aus Kirche und Religion, Staat und Gesellschaft, Familie, Arbeit und Freizeit. Kein Thema war für die Teilnehmer tabu. Das Gespräch, der Gedankenaustausch und die Gemeinschaft waren dabei wichtig. Die Teilnahme von Frauen an den Gesprächen wurde ausdrücklich begrüßt.

Im Laufe der Jahre wuchs der Männerkreis, neue Teilnehmer stießen zu der Runde hinzu. Von Anfang an wurde die Männerarbeit in Königslutter von einem mehrköpfigen Leitungsteam getragen. Das Leitungsteam stellt das Jahresprogramm auf und bereitet die Männerabende vor. Am Männersonntag im Oktober gibt es einen besonderen Gottesdienst, bei dem das Jahresthema der Männerarbeit in der EKD im Mittelpunkt steht. Zu den Männern der katholischen Kirchengemeinde bestand in den vielen Jahren ein enger Kontakt. Seit 1989 wird abwechselnd in den beiden Kirchengemeinden der Ökumenische Männertag begangen. Auch nach 28 Jahren ist der Männerkreis lebensfähig und hat weiterhin genügend Diskussionsstoff.

Überzeugen Sie sich selbst davon!

Norbert Lucas




Die Rolle von Männern im Wandel der Zeit

Beim Männerabend im April dieses Jahres sprach Pfarrer i. R. Ulrich Römer aus Braunschweig über die Männerrolle in Familie und Gesellschaft im Wandel der Zeit.

Die Gesprächsteilnehmer sollten am Anfang aufschreiben, was nach ihrer Ansicht typisch männlich sei.

Dabei wurden auch manche Eigenschaften genannt, die in von Männern beherrschten Gesellschaften weit verbreitet waren oder noch sind, in die heutige Zeit aber nicht mehr passten. Die Lebens­bedingungen von Männern haben sich nämlich dramatisch verändert ! Diese Entwicklung setzte mit der Industriellen Revolution während des 19. Jahrhunderts in raschem Tempo ein. Der Wandel von der Agrar- zur Industrie­gesellschaft und später zur Dienstleistungs­gesellschaft führte zum einen zur räumlichen Trennung von Wohn- und Arbeitsstätte und andererseits im weiteren Verlauf zum Wegfall männlicher Vorrangstellung.

Männer waren eben nicht mehr die alleinigen Ernährer ihrer Familien.

Parallel dazu veränderten sich in vielen Familien die Rollen von Frauen und Männern grundlegend.

Sorgen bereiten dem Referenten heutzutage vor allem junge Männer. Während Mädchen im Allgemeinen leistungsorientierter als Jungen sind und daher in der Mehrzahl auch bessere Schulabschlüsse erreichen, fallen Jungen oft in ihren Leistungen deutlich ab. Ein nicht unerheblicher Prozentsatz der Jungen erreicht die Bildungsziele nicht und gehört zu den „Verlierern“ im gesellschaftlichen Wettbewerb und bei der Suche nach geeigneten Berufen.

Ein ernstes Thema, dessen Konsequenzen zum Nachdenken anregen sollten!

Norbert Lucas




Gebetsnische im Kaiserdom

Kerzenleuchter für die Gebetsnische im Kaiserdom

Schon lange wünscht sich der Kirchenvorstand für die Gebetsnische im Kaiserdom einen Kerzenständer für die Gebetskerzen (Teelichte / Votivkerzen), der sich harmonisch in den Kirchraum einfügt und zugleich die praktischen Erfordernisse, die sich aufgrund der Erfahrungen ergeben, erfüllen kann.

Wir wollen einen ersten Schritt machen, indem wir alle, die dazu Lust und Freude haben, einladen, unter der Anleitung des Braunschweiger Bildhauers Magnus Kleine-Tebbe einen Entwurf für einen solchen Kerzenleuchter zu erstellen.

Wir laden ein am 7.6., 5.7. jeweils im Anschluss an den Gottesdienst, d. h. ab ca. 11 Uhr, für ca. eine Stunde. Die Teilnahme ist kostenlos.

Bitte mitbringen: Zirkel, Lineal, Bleistift mit weicher Mine ca. 3B, Radiergummi, Buntstifte (es reicht Schülerqualität), Schere und Klebestift, Zeichenblock in DIN A3

Martin Senftleben




Peter und Paul

Alljährlich findet das Domfest um den 29. Juni herum statt, weil an dem Tag der Namenspatrone der Stiftskirche, Petrus und Paulus, gedacht wird.

Petrus, der ursprünglich Simon hieß, hat seinen Namen, der „Fels“ bedeutet, von Jesus selbst bekommen (Mt 16, 18). Dieser Name drückt die Bedeutung aus, die das Leben dieses Fischers für die frühe Christenheit bekommen sollte.

Seine Geschichte hält uns unsere eigene Wankelmütigkeit immer wieder vor Augen: Gibt er sich erst vertrauend dem Herrn hin, so versinkt er, sobald er den Blick auf die Gefahr richtet (Mt 14, 22-36); bezeugt er todesmutig, Jesus niemals zu verlassen, so versagt er schon in der folgenden Nacht bei der geringsten Herausforderung (Mt 26, 35.69-75). Bekennt er zunächst, dass Jesus der Christus ist (Mk 8, 27-30), so folgt sogleich, dass er dem Herrn zur Versuchung, ja, zum Satan wird (Mk 8, 31-33).

In der Apostelgeschichte wird Petrus aber als der Leiter der Urgemeinde dargestellt. Er tritt mit starkem Selbstbewusstsein auf (Apg 4, 8-20). Für ihn bedeutete das Evangelium zunächst die Botschaft allein für das Volk Israel, aber durch das Erlebnis mit dem Hauptmann Kapernaum (Apg 10) wird er belehrt, dass auch die Heiden Anrecht auf das Evangelium haben, und tritt dann dafür auch unter seinen jüdischen Glaubensgenossen ein.

Aber die Verkündigung unter den Heiden lag anfangs vor allem in der Hand des Paulus. Diese geschah in erster Linie durch drei Missionsreisen in den Jahren 46-56.

Schon auf seiner ersten Missionsreise wurde deutlich, dass das Evangelium auch für die Heiden bestimmt war (Apg 13, 14-52). Auf der zweiten Reise wird Paulus mit seinen Gefährten nach Mazedonien gerufen: Komm herüber und hilf uns! (Apg 16, 9) Nun wird das Evangelium in die ganze antike Welt hinausgetragen. Auf der dritten Reise hält sich Paulus lange in Ephesus auf und hofft, nach Rom reisen zu können. Doch muss er zuvor nach Jerusalem, und als er den Weg antritt, weiß er bereits, dass er dort gefangengenommen werden wird (Apg 20, 22f).

Dennoch kommt er, da er sich als römischer Bürger auf das Recht beruft, sich vor dem Kaiser rechtfertigen zu dürfen, nach Rom. Dort hat er vermutlich im Jahr 64 den Märtyrertod durch das Schwert erlitten. Fraglich ist, ob Paulus vorher noch in Spanien gewesen ist, wie er es gerne gewollt hatte (Röm 15, 23f).

Auch Petrus erlitt in dieser Zeit nach der Überlieferung den Märtyrertod. So kommt es, dass beider am selben Tag gedacht wird. Es soll aber auch deutlich machen, dass beide den Grund gelegt haben für die Ausbreitung der christlichen Kirche in der ganzen Welt.

Das Zeichen des Paulus ist das Schwert, das nicht nur auf seinen Tod hinweist, sondern auch auf die Kraft des Wortes Gottes, die durch ihn mächtig wurde (Hebr 4, 12).

Das Zeichen des Petrus ist der Schlüssel nach dem Wort Jesu: Ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben (Mt 16, 19). Oft ist er auch mit zwei Schlüsseln ausgestattet in Anlehnung an die Worte aus der Offenbarung (1, 18), wobei dann der zweite Schlüssel für das Reich des Todes gedacht ist.

Martin Senftleben




Die restaurierte Furtwängler & Hammer Orgel im Kaiserdom

Eine kleine Orgelnachtmusik

Musik zum träumen und entspannen

Es ist schon eine Tradition, dass es im Dom wieder eine kleine Orgelnachtmusik gibt. In diesem Konzert, das am Mittwoch, 17. Juni um 21 Uhr beginnt, bietet sich die Möglichkeit, nach einem langen Arbeitstag und getaner Arbeit noch einmal zu Ruhe zu kommen, um bei schöner Musik zu träumen und entspannen.

Andreas Schultz spielt auf der großen Domorgel Werke aus dem Frühbarock bis in die Neuzeit hinein.

Die Orgelwerke von unterschiedlichen Komponisten sind Musikstücke, die das ganze Klangrepertoire der Domorgel demonstrieren. Von kräftig, majestätisch bis romantisch meditativ. Alle sind eingeladen, diese Musik zu genießen, um von dem Tagesstress abzuschalten und durchzuatmen. Der Eintritt ist frei.




Sunstedt

Pfarrer Martin Senftleben bedankte sich bei Prof. Lox für sein großes Engagement.

15 Jahre Organist in Sunstedt

Seit dem Jahr 2000 lebt Prof. Lox in Deutschland und seitdem, genauer seit Weihnachten 2000, begleitet er die Gemeinde beim Gottesdienst auf der Orgel. Er trat in Sunstedt die Nachfolge von Matthias Pätzold an, dem auf Grund seines Studiums die Zeit fehlte.

Prof. Lox hatte nicht bewusst geplant, das Orgelspielen zu erlernen. In Vorbereitung auf sein Rentnerleben wollte er sein Klavierspielen verbessern. Auf der Suche nach einem Ausbildungsort, kam es zu der Ausbildung als Organist, die normalerweise 9 Jahre dauert, die er aber nach 7 Jahren abschließen konnte. Durch seine Vorkenntnis im Klavierspielen wurde also die Ausbildung um 2 Jahre verkürzt.

In Sunstedt hat er für die Restaurierung der Orgel Benefiz-Konzerte organisiert. Zu besonderen Anlässen, z. B. Weihnachten oder Gemeindefesten spielt er zusammen mit Solisten (Saxophon / Orgel oder Altflöte / Orgel).

Er ist auch stolz darauf, beim Orgelvorspiel, bzw. -nachspiel in den Gottesdiensten immer wieder etwas Neues zu spielen.

Seit Jahren katalogisiert er sein Programm, so dass es keine großen Wiederholungen gibt. Aber auch bei der Orgelstimmung durch eine Firma ist er beratend dabei, eine große Hilfe für die Gemeinde, die sich auf diesem Wege noch einmal herzlich bei ihm bedankt.

Ingrid Paschke