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Auszüge aus dem Domboten Nr. 153 (29. Jahrgang)

Dezember 2015 – Januar – Februar 2016


Vorwort – Gedanken

Liebe Leserinnen und Leser,

die Adventszeit hat schon begonnen: Zeit der Erwartung. Das Christfest steht bevor, wir freuen uns schon auf die Gemeinschaft im Familienkreis, die besondere Atmosphäre dieser Zeit, die Lichter in den Fenstern. Ich denke in dieser Zeit aber auch an alle die, die einen lieben Menschen verloren haben, mit dem sie Jahr um Jahr dieses Fest der Geburt unseres Herrn gefeiert haben. Das erste Mal ohne diesen Menschen – da bleibt nicht viel von der Freude, von der überall gesungen wird.

Gott kam in Jesus Christus in die Welt, nicht damit wir nur immer fröhlich sein können, sondern um unser Leid zu teilen und es letztlich auf sich zu nehmen. Im unmittelbaren Umfeld des Christfests erinnern wir darum am 28. Dezember an die unschuldigen Kinder, die der König Herodes in Bethlehem töten ließ, und mit ihnen an all die Kinder, die durch Krieg, Hass, Hunger oder andere Gewalten umgekommen sind. Über der Krippe wird schon das Kreuz sichtbar.

Und so wird das Kind in der Krippe für viele Menschen nicht nur – oder gar nicht – einfach nur weihnachtliche Idylle sein, sondern ein Zeichen des Trostes und der Hoffnung. Denn es erzählt uns von Gottes Liebe, die die Trostlosigkeit dieser Welt durchdringt und überwindet.

Wer sich der Krippe zuwendet, erfährt, dass er in Gott geborgen ist. Und das gilt auch für die Lieben, die von uns gegangen sind, mit denen wir das Christfest nicht mehr feiern können.

Gott kommt uns nah, damit wir ihm nah sein können. Um das spür- und erfahrbar zu machen, feiern wir in dieser Zeit Gottesdienste und Andachten, die auf unterschiedliche Weise das Geheimnis der Menschwerdung Gottes vermitteln wollen. Sie sind herzlich willkommen!

Ihr Pastor
Martin Senftleben




Der Landesbischof war beim Männerkreis

Am 6. Oktober 2015 war der neue Landesbischof, Dr. Christoph Meyns, Gast im Männerkreis. Der Männerkreis hatte ihn eingeladen, zum Thema „Die Zukunft der Landeskirche Braunschweig aus der Sicht des neuen Landesbischofs“ zu referieren.

Der Landesbischof stellte zunächst zum Thema der Kirchenaustritte einige statistische Vergleiche zu den Mitgliederzahlen in den Landeskirchen in Deutschland dar. Daraus ergab sich, dass sich in der Landeskirche Braunschweig seit 1960 die Zahl der Mitglieder von 700 000 auf derzeit rund 350 000 halbiert hat. Im Gegensatz dazu hätten sich die Mitgliederzahlen in Baden-Württemberg und Bayern kaum wesentlich reduziert. Dies sei auch auf die Abwanderung von Kirchenmitgliedern aus Norddeutschland in den letzten Jahrzehnten in die wirtschaftsstarken Bundesländer im Süden zurückzuführen.

Die mit dem Mitgliederrückgang in der Landeskirche Braunschweig verbundene starke Verringerung der Kirchensteuer- Einnahmen zwinge zu Strukturänderungen. Dabei sei bei den Personalkosten hauptsächlich der Pfarrer anzusetzen, so dass weniger Pfarrer mehr Kirchenmitglieder als bisher zu versorgen hätten. Aus diesem Grund sei der Weg zu Zusammenschlüssen von Kirchengemeinden auch in der Form von Verbänden wie im 2014 gegründeten Pfarrverband Königslutter notwendig.

Der nächste Schritt sei eine Verwaltungsreform in der Landeskirche, das Landeskirchenamt eingeschlossen. Eine stärkere Zusammenarbeit der Landeskirchen in Niedersachsen, eventuell auch mit der neuen Nordkirche, sei unabdingbar, wenn die Kirchensteuer- Einnahmen, die in den letzten Jahren stabil seien, künftig stark zurückgingen. Es gebe schon in verschiedenen Bereichen Kooperationen mit der Landeskirche Hannover. Ein Zusammenschluss der Landeskirche Braunschweig mit ihr sei aber nicht angedacht, notfalls eine Zusammenlegung der Landeskirchenämter.

Mehr Kinder- und Jugendarbeit sei nötig, um die Basis für den christlichen Glauben in der Bevölkerung zu stärken. Untersuchungen hätten ergeben, dass der Reichtum in einem Land den christlichen Glauben schwäche. Die Menschen in unserem Land täten sich ohnehin schwer, den christlichen Glauben zu verstehen. Auftrag der Kirche sei es zu säen, nicht aber zu ernten. Das Wachsen und Gedeihen der Kirche und des Glaubens lägen allein in Gottes Hand.

In der anschließenden Diskussion ging der Landesbischof auf Fragen der Teilnehmer des Männerkreises ein. Zur freien Propst-Stelle in Königslutter zeigte er sich zuversichtlich, im kommenden Jahr eine Neubesetzung zu erreichen.

Ehrenfried Messal




Wissen, was zählt

Von der Freiheit eines Christenmenschen

Die Ökumenische Bibelwoche in Königslutter

Die Ökumenische Bibelwoche fand in diesem Jahr vom 20. bis 22. Oktober im Gemeinderaum von St. Mariä Himmelfahrt statt.

An drei Abenden standen Texte aus dem Galaterbrief des Apostels Paulus im Mittelpunkt der Betrachtungen. Wie immer war für die inhaltliche Vorbereitung jeweils eine Kirchengemeinde verantwortlich. In diesem Jahr übernahmen Pfarrerin Meerheimb, Pfarrer Kafuti und ein Team der Domgemeinde diese Aufgabe. Die Möglichkeit, sich intensiv mit dem Brief des Paulus an die Galater zu beschäftigen, wurde am Ende bei einer knappen Umfrage von allen Beteiligten als Bereicherung empfunden.

Erfrischend seien die eindeutige Stellungnahme und die klaren, unmissverständlichen Worte des Paulus: „Durch die Befolgung des Gesetzes wird niemand vor Gott als gerecht gelten, sondern aufgrund seines Glaubens wird der Gerechte Leben erlangen“ (Galater 3, 11).

Mit immer anderen Worten hämmert Paulus seine zentrale Erkenntnis in die Köpfe der Galater: „Es zählt nur der Glaube, der sich in Liebe auswirkt.“

Diese tiefe Überzeugung des Apostels, die auch in der Emotionalität seiner Argumente und Worte deutlich wird, berührt auch nach 2000 Jahren. Vermutlich war das in Königslutter die letzte Bibelwoche in ihrer bisherigen Form. An ihre Stelle soll möglicherweise eine Art Kurs treten, bei dem sich die Teilnehmer mit allgemeinen Fragen des Glaubens und des religiösen Bekenntnisses beschäftigen.

Diese Veranstaltung könnte innerhalb von zwei Wochen mit jeweils zwei Abenden pro Woche stattfinden.

Im nächsten Jahr ist dafür der Monat September vorgesehen.

Anne-Luise Lee

Norbert Lucas




<p style='font-size:0.9em; float:right; margin:0 10px 0 0;'><i>Foto: © Peter Domach</i></p><p style='font-size:0.9em; margin:0 10px 0 0;'>Goldene Konfirmanden der Stiftskirche vor dem Marienportal</p>

Vor dem Marienportal am Kaiserdom

Foto: © Peter Domach

<p style='font-size:0.9em; float:right; margin:0 10px 0 0;'><i>Foto: © Peter Domach</i></p><p style='font-size:0.9em; margin:0 10px 0 0;'>Goldene Konfirmanden der Stadt- und Stiftskirche im Lindenhof in Bornum</p>

Im Lindenhof in Bornum

Foto: © Peter Domach

Goldene Konfirmation

Am 30. August kamen 25 Jubilare im Kaiserdom zusammen, um sich erneut einsegnen zu lassen. Vor 50 oder 51 Jahren waren sie in der Stiftskirche konfirmiert worden. Am Nachmittag trafen sie sich mit den Jubilaren der Stadtkirche im Lindenhof in Bornum zu einem regen Austausch.

Dazu steuerten Pfarrerin Meerheimb und Pfarrer Dr. Senftleben Informationen aus den Chroniken der Gemeinden bei.




Andachten in den 12 Heiligen Nächten

Es ist eine besondere Zeit, die Zeit „zwischen den Jahren“. In früheren Jahrhunderten waren in dieser Zeit unter den Germanen Riten zur Vertreibung böser Geister üblich, heute versucht man sich mit guten Vorsätzen.

Die christliche Kirche hat die Zeitspanne von der Christnacht bis zum Epiphaniasfest als heilig gedeutet, weil sie die Menschwerdung Gottes mit der Verherrlichung des Menschensohnes verbindet.

Die Nächte spielen dabei eine besondere Rolle, weil in ihnen die Wirkung des Lichtes besonders deutlich wird. „Das Licht scheint in der Finsternis“ (Joh 1, 5), ruft uns der Evangelist Johannes zu Beginn seines Evangeliums zu und lässt uns wissen, dass durch die Geburt Jesu alles Dunkel, das uns umgibt, vertrieben wird.

Die Zeit der 12 Heiligen Nächte ist eine Zeit der Besinnung und des Innehaltens. Wir fragen nach dem Ziel unseres Lebens.

Wir haben bereits vor einem Jahr mit Andachten in den 12 Heiligen Nächten begonnen und wollen diese Momente der Einkehr auch dieses Jahr wieder halten. Sie finden jeweils um 18 Uhr an den Tagen statt, an denen kein anderer Gottesdienst geplant ist, also am

28.12., 29.12., 30.12., 02.01., 04.01. und 05.01.

Kommen Sie an diesen Tagen mit uns zur Krippe in der Stiftskirche und lassen Sie sich von der besonderen Atmosphäre dieser Andachten für das neue Jahr stärken und inspirieren.

Martin Senftleben




Der Seniorenkreis stellt sich vor

Seit 21 Jahren gibt es in der Stiftskirchengemeinde den Seniorenkreis, der an jedem dritten Mittwoch im Monat um 15 Uhr im Gemeindezentrum am Dom stattfindet.

Auf dem Programm stehen interessante Themen und oft auch musikalische Darbietungen in einem geselligen Rahmen bei Kaffee und Kuchen. Eine Kurzandacht und ein Lied mit unserem Pfarrer gehören zum festen Ablauf. Außerdem steht eine Halbtagesfahrt auf unserem Programm.

Liebe Leserinnen und Leser des Domboten, vielleicht haben Sie Lust, an unseren Nachmittagen teilzunehmen.

Wir freuen uns über jeden neuen Gast in unserer Runde.

Das Jahresprogramm des Seniorenkreises für 2016 erscheint in diesem Domboten.

Ute Hauschild
für das Leitungsteam




Ein neuer Kinderchor entsteht

Kinder sind ein ganz wichtiger Bestandteil unserer Gemeinde und natürlich auch in der Kantoreiarbeit.

Im Kinderchor wird ihnen die Möglichkeit geboten zu singen, manchmal auch zu spielen und neue Freunde kennenzulernen.

Außerdem bilden die Kindergruppen der Kantorei auch den Nachwuchs für die Chöre und Instrumentalgruppen der Erwachsenen.

Das Musizieren in Gruppen fördert ein Gemeinschaftsgefühl und den Umgang mit anderen Menschen.

In der heutigen Zeit bleiben diese Eigenschaften oft auf der Strecke, da Medien und die gesellschaftliche Entwicklungen eine „Einzelkämpfermentalität“ entstehen lassen, auch schon bei Kindern.

Leider wurde die Kinderchorarbeit durch die neuen Schulsysteme wie z.B. Ganztagsschule nicht mehr möglich und wir mussten sie vor zwei Jahren einstellen.

Nun haben wir jedoch nach den Sommerferien wieder mit dem Aufbau eines Kinderchores begonnen.

Zur Zeit sind 6 Kinder im Chor und singen eifrig mit. Zusammen mit Kindern aus der Kinderkirche proben wir ein Krippenspiel für die Christvesper am Heiligabend (15.30 Uhr).

Wir hoffen, dass wir den Kinderchor noch vergrößern können und laden alle interessierten Kinder im Alter von 6 – 12 Jahren zu unseren Proben am Montag um 15.00 Uhr im Gemeindezentrum am Dom ein.

Informationen bekommen Interessierte beim Domkantor Andreas Schultz,

05353 96511 oder

domkantor@kaiserdom-koenigslutter.de

Andreas Schultz




Ein Jahr Pfarrer an der Stiftskirche und in Sunstedt

Ein Jahr ist um. Einerseits scheint es, als sei eine Ewigkeit vergangen. Unglaublich viele Eindrücke, Veranstaltungen und Begegnungen hat es gegeben, das kann eigentlich nicht alles in ein einziges Jahr hinein passen. Manches scheint schon wieder in weite Ferne gerückt.

Andererseits könnte ich auch fragen: „Was? Schon ein Jahr rum?“ Denn es folgte eins aufs andere, viele Höhepunkte, die es schnell zu erreichen galt und die in kurzen Abständen aufeinander folgten, so dass kaum Zeit blieb zum Zur-Ruhe-Kommen und Reflektieren. Auf jedes Ereignis musste ich mich neu einstellen, und auch wenn ich Ähnliches woanders schon erlebt hatte, ist es hier doch wieder neu, wobei ich durchaus sagen kann: in einer wohltuenden Weise.

Schön ist es, dass es viele engagierte Gemeindeglieder gibt, die sich auf vielfältige Weise einbringen und so deutlich machen, dass Gemeinde nicht geleitet, sondern gestaltet wird – und zwar gemeinsam durch die Gemeindeglieder. Viele tragen ihren Teil dazu bei, je nach den Gaben, die einem gegeben sind, und da habe ich auch gestaunt, was an der einen oder anderen Stelle zutage trat. Vielleicht entdecke ich ja noch mehr – ich bin gespannt!

Ich kann da auch keinen Unterschied erkennen zwischen Sunstedt und Stiftskirche, denn in beiden begegnet mir in diesem Sinn lebendige Gemeinde.

Besonders wohltuend ist es für mich, Dienst in zwei so schönen Kirchen tun zu können. Die Stiftskirche mit ihrer fast 900 Jahre langen Geschichte und die Sunstedter Kirche, die zwar im Vergleich zum Kaiserdom klein wirkt, aber doch ihren ganz eigenen Reiz hat und mit ihrem Turm Besucher schon aus der Ferne begrüßt, sind beide Orte, an denen ich gerne Gottesdienst feiere oder auch einmal nur die Stille suche.

Ich bin gerne hier und bin dankbar für alle guten Begegnungen dieses ersten Jahres. Ich freue mich nun auf die Fortsetzung!

Ihr Pastor

Martin Senftleben




Unsere Angebote in der Advents- und Weihnachtszeit 2015

Samstag 28.11.
18 Uhr: Orgelmusik und Texte zum 1. Advent
Matthias Wengler und Corinna Tjang

Sonntag, 29.11.
10 Uhr: Gottesdienst zum 1. Advent
17 Uhr: Lichterkirche mit Kinderchor und Blockflötenorchester

Sonntag 06.12.
10 Uhr: Gottesdienst zum 2. Advent
17 Uhr: Adventsmusik der Domkantorei

Sonntag 13.12.
10 Uhr: Abendmahlsgottesdienst zum 3. Advent

Freitag 18.12.
16 Uhr: Weihnachtsfeier Kinderkirche

Sonntag 20.12.
10 Uhr: Musikalischer Gottesdienst zum 4. Advent mit der Band „Praisentation“

Mittwoch 23.12.
19 Uhr: Jauchzet, Frohlocket! Festliches Weihnachtskonzert. Matthias Wengler, André Mumot

Donnerstag 24.12. – Heiliger Abend –
15.30 Uhr: Christvesper I mit Krippenspiel für Familien mit Kindern mit Kinderchor und Kinderkirche
17 Uhr: Christvesper II mit Posaunenchor und „Young Singers“
22 Uhr: Christmette mit Domchor und Blockflötenensemble

Freitag 25.12. – 1. Weihnachtstag –
10.00 Uhr: Festgottesdienst von Stadt- und Stiftskirche im Kaiserdom

Samstag 26.12. – 2. Weihnachtstag –
10.15 Uhr: Festgottesdienst von Stadt- und Stiftskirche in der Stadtkirche

Donnerstag 31.12. – Silvester –
17 Uhr: Jahresschlussgottesdienst mit Abendmahl und Fürbitte für die Getauften, Konfirmierten, Getrauten und Eingesegneten 2015 und Gedenken an die Grablegung Kaiser Lothars

Freitag 01.01.16 – Neujahr –
11.30 Uhr: Neujahrsgottesdienst für Spätaufsteher mit anschl. Neujahrsempfang und Mittagessen

Mittwoch 06.01.
19.30 Uhr: Gemeinsamer Epiphaniasgottesdienst in der Stadtkirche

H-G. Saffert




Sunstedt

Cursillo-Gruppe zu Besuch in Sunstedt

Cursillo-Gruppe zu Besuch in Sunstedt

Am 11. September besuchte die „Cursillo Gruppe“ die Sunstedter Kirche. Da wir von dieser Gruppe das erste Mal hörten, haben wir uns belesen, bzw. erzählen lassen, was es mit dieser Gruppe auf sich hat.

Die Bewegung entstand auf Mallorca innerhalb der römisch-katholischen Kirche als Vorbereitung zur Wallfahrt zum Grab des Apostels Jakobus. In der heutigen Zeit ist es immer eine Gruppe von etwa 20 Personen unterschiedlichen Alters und Bildungsstandes. Zum Cursillo gehören Gebet, Gesang und auch die Stille.

Die Gruppe, die in Sunstedt am Ende einer Etappe in der Kirche eine Andacht feierte, pilgerte auf einem Teil des Braunschweiger Jakobsweges.

Uns war nicht bekannt, dass Sunstedt an diesem Pilgerweg liegt; er geht durch Sunstedt zum Kaiserdom Königslutter. Die Gruppe bedankte sich ganz herzlich für die nette Aufnahme, ebenso für die Information über die Kirche durch den Dorfarchivar Günter Theuerkauf. Ein „Nebenprodukt“ dieses Besuches war die Ableitung vom Jakobsweg für die Namensgebung der Kirche, ein Name der zur Auswahl steht ist „St. Jakobuskirche“.

Ingrid Paschke